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Werner G. Gehring Stiftung

Hannoverschestr. 24
31848 Bad Münder

Telefon:+49 (5042) 940 201
Telefax:+49 (5042) 940 608
E-Mail:info@gehring-stiftung.de
 

Depressionen im Alter bleiben häufig unerkannt

Depressive Symptome sind bei älteren Menschen weitverbreitet, werden im klinischen Alltag jedoch oft nicht erkannt oder dokumentiert. Dabei gehen sie häufig mit kognitiven Einschränkungen, chronischen Schmerzen und anderen Erkrankungen einher, die sich gegenseitig ungünstig beeinflussen. Mögliche Folgen sind eine geringere Lebensqualität, längere Krankenhausaufenthalte und eine höhere Sterblichkeit.

Ein Forschungsteam analysierte rückblickend die Entlassungsberichte von 345 Patientinnen und Patienten einer akutgeriatrischen Station. Bei 288 von ihnen wurden depressive Symptome erfasst. Rund 63 % zeigten keine auffälligen Werte, knapp 30 % wiesen leichte und rund 8 % schwere depressive Symptome auf. Insgesamt waren damit 36,8 % betroffen. Unterschiede zwischen Frauen und Männern fanden sich nicht.

Ein Zusammenhang zwischen depressiven Beschwerden und der Alltagsfähigkeit konnte nicht nachgewiesen werden. Dagegen zeigte sich eine deutliche Verbindung zwischen Depression und kognitiven Einschränkungen: Mit zunehmenden depressiven Symptomen nahmen auch die kognitiven Defizite zu. Dieser Zusammenhang war insbesondere bei Frauen statistisch signifikant.

Auffällig war zudem die Diskrepanz zwischen bekannten Diagnosen und den Studienergebnissen. Bei der Klinikaufnahme war nur bei rund 10 % der Patienten eine Depression dokumentiert, obwohl mehr als ein Drittel im Screening auffällige Werte zeigte. Nach Einschätzung der Forschenden spricht dies für Defizite bei der Erkennung oder Dokumentation depressiver Erkrankungen. Möglicherweise liegt der Fokus bei der Aufnahme älterer Menschen stärker auf körperlichen als auf psychischen Erkrankungen.

Mertens, L.S et al.
Depressive Symptome in der Geriatrie – mehr als die Geriatrische Depressionsskala
Z Gerontol Geriat 8/2025

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