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Werner G. Gehring Stiftung

Hannoverschestr. 24
31848 Bad Münder

Telefon:+49 (5042) 940 201
Telefax:+49 (5042) 940 608
E-Mail:info@gehring-stiftung.de
 

Sekundäre Pflanzenstoffe der Cranberry als vielversprechende Strategie gegen Harnwegsinfektionen

Harnwegsinfektionen zählen weltweit zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen und werden zunehmend durch Antibiotikaresistenzen erschwert. Pflanzliche Alternativen wie Cranberry-Inhaltsstoffe, insbesondere Proanthocyanidine (PACs), rücken daher verstärkt in den Fokus der Forschung. Ziel dieser Übersichtsarbeit war es, die Wirksamkeit, Wirkmechanismen und die Entwicklung der wissenschaftlichen Forschung zu Cranberry-Bioaktiva im Kontext von Harnwegsinfektionen zu analysieren.

Methoden
Es wurde eine umfassende Literaturauswertung durchgeführt, um die Rolle von Cranberry-Metaboliten bei der Prävention von Harnwegsinfektionen zu untersuchen. Dabei lag der Schwerpunkt auf antimikrobiellen und antiadhäsiven Wirkmechanismen. Ergänzend wurde eine bibliometrische Analyse von Publikationen aus den Jahren 1962 bis 2024 vorgenommen, um Forschungstrends, internationale Kooperationen und thematische Schwerpunkte zu erfassen.

Ergebnisse
Die Auswertung zeigte, dass vornehmlich A-Typ-Proanthocyanidine, Flavonoide und phenolische Säuren aus Cranberries die Anhaftung von Escherichia coli an die Schleimhaut des Harntrakts hemmen und dadurch das Risiko für wiederkehrende Infektionen senken können. Zudem wurde deutlich, dass die Umwandlung dieser Substanzen durch die Darmmikrobiota ihre biologische Aktivität verstärkt. Ferner konnten Cranberry-Oligosaccharide die Bildung bakterieller Biofilme stören, was insbesondere bei Risikogruppen von Bedeutung ist. Die bibliometrische Analyse zeigte einen deutlichen Anstieg der Forschungsaktivität seit dem Jahr 2000 sowie eine zunehmende internationale Vernetzung und stärkere Ausrichtung auf klinische Anwendungen.

Fazit
Cranberry-Bioaktive zeigen ein vielversprechendes Potenzial zur Prävention und unterstützenden Behandlung von Harnwegsinfektionen. Gleichzeitig bestehen weiterhin Herausforderungen hinsichtlich optimaler Dosierung, Formulierung und Bioverfügbarkeit. Die wachsende Zahl an Studien unterstreicht die Notwendigkeit standardisierter klinischer Untersuchungen, um evidenzbasierte Empfehlungen für den therapeutischen Einsatz abzuleiten.

Jangid H, Shidiki A, Kumar G.
Cranberry-derived bioactives for the prevention and treatment of urinary tract infections: antimicrobial mechanisms and global research trends in nutraceutical applications.
Front Nutr. 2/2025; 12: 1502720.

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