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Werner G. Gehring Stiftung

Hannoverschestr. 24
31848 Bad Münder

Telefon:+49 (5042) 940 201
Telefax:+49 (5042) 940 608
E-Mail:info@gehring-stiftung.de
 

Gemeinsame Mikrobiom-Muster bei Autismus, ADHS und Anorexie

Eine aktuelle Studie zeigt bei Kindern und Jugendlichen mit Autismus, ADHS und Anorexie vergleichbare Störungen der Darmflora. Untersuchungen zeigen, dass Veränderungen im Mikrobiom und bei appetitregulierenden Hormonen eng mit der Gehirnfunktion verbunden sind und neue therapeutische Möglichkeiten eröffnen könnten. Das Darmmikrobiom beeinflusst Verdauung, Immunreaktionen und über die Darm-Hirn-Achse auch das Nervensystem.

In der Untersuchung wurden Stuhl- und Blutproben von 117 Teilnehmenden analysiert und mit gesunden Kontrollpersonen verglichen. Alle drei Patientengruppen zeigten ein erhöhtes Verhältnis von Bacteroidetes zu Firmicutes sowie weniger förderliche Keime wie Bifidobacterium und Faecalibacterium – Bakterien, die normalerweise die Darmbarriere stabilisieren. Ein Mangel könnte entzündliche Prozesse begünstigen und sich auf Verhalten und Stimmung auswirken.

Bei Autismus war die bakterielle Vielfalt besonders verringert, begleitet von erhöhten Mengen entzündungsnaher Keime wie Escherichia-Shigella. Bei ADHS fanden sich ähnliche Muster. Jugendliche mit Anorexie zeigten dagegen höhere Anteile bestimmter Proteobakterien und Cyanobakterien, was Hunger- und Stoffwechselregulation beeinflussen kann.

Auch die Hormonwerte unterschieden sich: ADHS-Kinder hatten niedrigere Spiegel an speziellen Hormonen, ebenso auch bei einer Anorexie. Diese Verschiebungen sprechen für Störungen der Darm-Hirn-Kommunikation. Deutliche Unterschiede bei Entzündungsmarkern ergaben sich hingegen nicht. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung des Mikrobioms bei neuropsychologischen Störungen und legen nahe, dass gezielte Ernährungsstrategien oder probiotische Maßnahmen künftig Symptome beeinflussen könnten. Weitere Forschung ist nötig, um den Nutzen solcher Ansätze zu beurteilen.

Soltysova, M. et al.
Gut microbiota in children and adolescents with autism, ADHD and anorexia nervosa, and its link to the levels of satiety hormones.
Neuroscience 8/2025

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